Bauhelferversicherung

Nicht selten werden bei der Umsetzung eines Bauvorhabens auch Freunde, Bekannte und die Familie zu Hilfstätigkeiten und zur Einbringung von eigenen Leistungen herangezogen. Diese Personen fallen bei der Umsetzung eines Bauvorhabens in die Kategorie der Bauhelfer, da man hier nicht von der professionellen und vor allem entgeltlichen Unterstützung spricht.

Bauhelferversicherung

Für den Bauherrn bedeutet der Einsatz von Bauhelfern jeglicher Art gleichzeitig den Abschluss einer zusätzlichen Versicherungspolice die Meldepflicht bei der Berufsgenossenschaft. In erster Linie besteht hier die Verpflichtung, alle Bauhelfer bei der örtlich zuständigen Berufsgenossenschaft umgehend und vor Beginn der Hilfstätigkeit anzumelden. Mit der Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft ist dann bereits eine Bauhelferversicherung vorhanden, die aber gleichzeitig nur ein sehr geringes Maß an Leistungen enthält. Hier kann man von einer grundlegenden Absicherung sprechen.

Da der Umfang der von der Berufsgenossenschaft mit der Meldung gebotenen Bauhelferversicherung oder auch Bauhelferunfallversicherung nur aus sehr grundlegenden Leistungen besteht, empfiehlt sich für den Bauherrn eine private Zusatzversicherung. Zahlreiche Versicherungsgesellschaften bieten hier eine privat abschließbare und somit zusätzlich vorhandene Bauhelferunfallversicherung an. Nur der Abschluss dieser Zusatzversicherung für die eingesetzten Bauhelfer bietet einen wirklich umfassenden und bedarfsgerechten Schutz während der Bauphase.

Bauhelferversicherung der zuständigen Berufsgenossenschaft

Bauarbeiter, Bauhelfer

Generell besteht die zwingende Vorgabe, dass Bauhelfer an die zuständige Berufsgenossenschaft gemeldet werden müssen. Die Zuständigkeit der Berufsgenossenschaft ergibt sich hier aus der örtlichen Zuordnung und wird von den zuständigen Gemeinden oder Stadtverwaltungen mitgeteilt. Vorab sei erwähnt, dass die nicht erfolgte Meldung über die Bauhelfertätigkeit ein hohes Bußgeld nach sich ziehen kann. Kommt es im Rahmen des Bauvorhabens durch einen Unfall, droht dem Bauherrn eine empfindliche Geldstrafe, wenn der betroffene Bauhelfer nicht bei der zuständigen Berufsgenossenschaft gemeldet und benannt war. Die Beitragsberechnung nach der Meldung an die Berufsgenossenschaft erfolgt pauschal für die geleisteten Arbeitsstunden. Jede durch einen Bauhelfer geleistete Arbeitsstunde muss durch den Bauherrn an die zuständige Berufsgenossenschaft gemeldet werden und wird dann mit dem variablen und örtlich unterschiedlichen Pauschalsatz berechnet.

Wenn die gesamte Tätigkeit des genannten Bauhelfers eine Arbeitsleistung von 40 Stunden nicht übersteigt, dann sprechen die Berufsgenossenschaften von der geringen Hilfe. Für Bauhelfer mit einer geringen Stundenzahl besteht zwar der Versicherungsschutz durch die Berufsgenossenschaft, aber der Bauherr muss für diese Stundenzahl keinen Pauschalbeitrag entrichten. Der Leistungsumfang der mit der Meldung bei der Baugenossenschaft einhergehenden Unfallversicherung für Bauhelfer beschränkt sich rein auf Wegeunfälle und Arbeitsunfälle, die im direkten Zusammenhang mit dem versicherten Bau stehen. Zwar sind somit bereits die grundlegenden Gegebenheiten und Unfälle abgedeckt, aber insbesondere bei ungelernten Kräften besteht doch ein erhöhtes Risiko. Die Bauhelferversicherung der Berufsgenossenschaft trägt nur die Kosten, die direkt durch einen Wegunfall oder durch den Arbeitsunfall auf der Baustelle entstehen. Für alle weiteren Folgekosten in Verbindung mit dem Weg- oder Arbeitsunfall kommt die Bauhelferunfallversicherung der Berufsgenossenschaft nicht auf. Um diese Aufwendungen zu decken und jedem freiwilligen Bauhelfer einen umfassenden Versicherungsschutz zu bieten, sollte eine private Zusatzversicherung vorhanden sein.

Privat abgeschlossene Bauhelferversicherung und Bauhelferunfallversicherung

Die privat und somit zusätzlich abgeschlossene Bauhelferversicherung oder Unfallversicherung für freiwillige Bauhelfer deckt die Lücke, die bei der durch die Berufsgenossenschaft angebotenen Bauhelferversicherung noch vorhanden ist. Die Berufsgenossenschaft trägt nur die direkt entstehenden Forderungen und Kosten, wenn diese auf einem Wegeunfall oder einem Arbeitsunfall am Bau entstehen. Nicht aber getragen werden die Folgekosten. Genau diese oft immensen Kosten übernimmt eine privat abgeschlossene Bauhelferversicherung. Die Beitragsberechnung bei der privaten Bauhelferunfallversicherung unterscheidet sich grundlegend von der Vorgehensweise der zuständigen Berufsgenossenschaften. Die Versicherungsgesellschaften fordern den Beitrag zur Bauhelferunfallversicherung nicht aufgrund der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden.

Für jeden einzelnen Helfer wird ein Pauschalbeitrag erhoben. Mit der Leistung dieses pauschalen Beitragssatzes ist der Bauhelfer dann bei allen Tätigkeit und unabhängig von den insgesamt aufgewendeten Arbeitszeiten und Stunden abgesichert. Eine Bauhelferversicherung sollte immer dann vorhanden sein, wenn am Bauvorhaben in Eigenleistung diverse Arbeiten verrichtet werden sollen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass der Bauherr selbst und dessen Angehörige nicht generell versichert sind. Für den Bauherrn und helfende Familienangehörige muss ebenso die Meldung an die Berufsgenossenschaft erfolgen, wenn hier eigenen Leistungen und freiwillige Hilfstätigkeiten erbracht werden. Gleichzeitig besteht auch für den Bauherrn, dessen Familie und Verwandte die Möglichkeit des Abschluss einer privaten Bauhelferversicherung. Hier sollte immer bedacht werden, dass der ausreichende Versicherungsschutz bei einem Arbeits- oder Wegeunfall nicht nur für die freiwilligen Bauhelfer vorhanden sein muss, sondern auch der eigene Schutz wichtig ist. Der Bauherr selbst und seine helfende Familie benötigen eine Bauhelferversicherung im gleichen Umfang wie alle anderen am Bau beteiligten Personen.

Schützen Sie nicht nur Ihre Helfer, sondern auch sich selbst und Ihre Familie ausreichend vor den finanziellen Folgen eines Wege- und Arbeitsunfalls. Die private Bauhelferunfallversicherung bietet den ergänzenden Schutz zur Bauhelferversicherung der zuständigen Berufsgenossenschaft.