Bauherrenhaftpflichtversicherung

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Policen, die bei jedem Neubau, Anbau oder auch einem Umbau an einem bereits bestehenden Gebäude vorhanden sein sollte und muss. Sie ist im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung für Kraftfahrzeuge zwar keine vorgeschriebene Versicherung, aber allein im eigenen Interesse sollte jeder Bauherr über den Schutz durch eine für das Vorhaben abgeschlossene Haftpflichtversicherung verfügen.

Die private Haftpflichtversicherung ist entgegen einer weit verbreiteten Annahme nicht zur Leistung verpflichtet, wenn Ansprüche und Schadensersatzforderungen an den Bauherrn gestellt werden. Die private Haftpflichtversicherung hat für ein Bauvorhaben keinen Bestand, so dass die Bauherrenhaftpflicht eine separat abzuschließende Grundpolice für Sie als Bauherr sein sollte.

Deckungssummen und Versicherungsnehmer

Die Deckungssummen bei der Bauherrenhaftpflichtversicherung werden als pauschale Summen für alle in der Versicherung enthaltenen Schäden vereinbart. In diesem Fall sind dann sowohl für Vermögensschäden, für Sachschäden und für Vermögensschäden die Deckungsgrenzen in der gleichen Höhe festgelegt. Die Versicherungsgesellschaften bieten die Bauherrenhaftpflichtversicherung mit einer pauschalen Deckungssumme von drei Millionen, sechs Millionen und bis zu 10 Millionen bei allen Arten der Schadensersatzforderung an. Für den Bauherren sollte hier der Beitrag an zweiter Stelle stehen, wichtiger ist eine ausreichend hohe Deckungssumme vor allem im Bereich der Personenschäden und der Vermögensschäden. Da der Versicherungsnehmer gleichzeitig der Bauherr ist, muss dieser namentlich benannt werden. Weitere Personen und ausführende Unternehmen sind im Umfang der Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht enthalten und können nicht aufgenommen werden.

Versicherungsleistung

Bauhelfer

Der Träger der Bauherrenhaftpflichtversicherung bietet zwei grundlegende Leistungen. Die erste Leistung besteht darin, dass die an den Bauherrn gestellten Ansprüche und Forderungen aus einem Sachschaden, einem Personenschaden oder einem Vermögensschaden geprüft werden. Hierbei übernimmt der gewählte Träger der Bauherrenhaftpflichtversicherung die Prüfung in der Hinsicht, ob die gemeldeten Ansprüche berechtigt sind. Wenn hier keine berechtigte Forderung an den Bauherrn vorliegt, dann wehrt für die Bauherrenhaftpflichtversicherung gewählte Versicherungsgesellschaft diese Ansprüche ab. Im weiteren Sinne kann man hier von einer kombinierten Versicherungspolice sprechen. Im Grundleistungsumfang der Bauherrenhaftpflichtversicherung ist die Prüfung der Ansprüche und die Abwehr unberechtigter Ansprüche mit einer Einschaltung des Gerichts und der Kostenübernahme hierfür enthalten. Daher kann man hier von einer Kombination aus Haftpflichtversicherung und Rechtsschutzversicherung sprechen. Die wichtige Leistung der Bauherrenhaftpflichtversicherung besteht aber darin, dass berechtigte Ansprüche an den Bauherrn reguliert werden. Die pauschal vereinbarten Deckungssummen werden vom Träger der Versicherung gezahlt, wenn ein Sach-, Personen- oder Vermögensschaden in direktem Zusammenhang mit dem versicherten Bauvorhaben entstanden ist.

Umfang

Da bei der Beantragung der Bauherrenhaftpflichtversicherung genaue Angaben zum Bauvorhaben gemacht werden, ist nicht nur das im Bau befindliche Gebäude gedeckt. Vielmehr besteht der Versicherungsschutz für alle verkehrssicherungspflichtigen Zufahrten zum Grundstück. Versichert sind der Bau an sich und das zugehörige Grundstück. Der Versicherungsumfang kann auf die durch den Bauherrn erbrachte Eigenleistung erweitert werden. Wer selbst an seiner zu erbauenden Immobilie Hand anlegt und Arbeiten ausführen möchte, muss dies bei der Antragsstellung an den Träger der Bauherrenhaftpflichtversicherung melden. Die Eigenleistung durch den Bauherrn stellt für die Versicherungsgesellschaft ein im Vergleich zu qualifizierten Unternehmern ein erhöhtes Risiko dar. Wird der Umfang der Bauherrenhaftpflichtversicherung auf die Eigenleistung am Bau erweitert, wird der Beitrag um einen Risikozuschlag erhöht.