Bauleistungsversicherung

Die Bauleistungsversicherung besteht nicht nur für den Bauherrn selbst, sondern auch für alle mit dem Bauvorhaben beauftragen Unternehmer. Unter Umständen kann die Mitversicherung der Beteiligten Unternehmer hier eine Beitragseinsparung bedeuten, da diese über den Bauvertrag zu einer anteiligen Beitragszahlung verpflichtet werden können. Die Bauleistungsversicherung dient in erster Linie dazu, das genau bezeichnete Bauvorhaben und insbesondere dessen Fertigstellung abzudecken. Entsprechend sind über den ausgestellten Versicherungsschein für das benannte Vorhaben alle Bauleistungen, Baustoffe, Bestandteile und sogar fest mit dem Gebäude verbundene Einrichtungsgegenstände versichert.

Versicherte Schäden und Schadensbilder

Bauleistungsversicherung

Im Grundumfang der Bauleistungsversicherung sind Schäden enthalten, die unvorhergesehen eintreten und dabei eine Beschädigung oder aber die vollständige Zerstörung des im Bau befindlichen Gebäudes verursachen. Hierbei sind alle Witterungsverhältnisse, wie Starkregen, Sturm, Frost und auch Hagelschäden gedeckt. Zudem sind Naturereignisse jeder Art enthalten. Hier kann man die Bauleistungsversicherung auch als Bauleistungsversicherung mit Elementardeckung bezeichnen, da diese umfassend im ausgestellten Versicherungsschein enthalten sind und das Bauvorhaben bis zur Fertigstellung absichern. Zusätzlich enthält die Police für die Bauleistungsversicherung den Kostenersatz bei Konstruktionsfehlern, Fehlern am verwendeten Baumaterial und bei Diebstahl. Gegen den Diebstahl besteht die Versicherung nur für fest eingebaute Teile, lose gelagertes Material ist hier nicht enthalten. Alle Fahrlässigen und böswilligen Handlungen durch dritte Personen sind während der Bauphase ein Versicherungsfall. Böswillige Beschädigung und der als solcher definierte Vandalismus können geltend gemacht werden.

Ausschluss

Mit der Bauleistungsversicherung sind nicht alle Schadensbilder und nicht alle auf dem Grundstück befindlichen Materialien und Gegenstände gegen die bereits genannten Schadensbilder versichert. Sogenannte Baugeräte, Kleingeräte und Fahrzeuge aller Art sind über den Umfang der Bauleistungsversicherung nicht gegen auftretende Schäden oder die vollständige Zerstörung abgesichert. Zudem ist ein während der Bauphase am Gebäude angebrachtes Gerüst nicht im Versicherungsumfang enthalten, da dies kein fester Bestandteil oder fest verbundener Einrichtungsgegenstand ist. Generell von der Leistungspflicht entbunden ist der Versicherungsträger, wenn der Bauherr und somit der Versicherungsnehmer selbst durch Vorsatz oder durch grobe Fahrlässigkeit einen Schaden am im Bau befindlichen Gebäude verursacht. Zudem kommt die Bauleistungsversicherung nicht für Schäden auf, wenn die gültigen Sicherheitsmaßnahmen und die zugehörigen Vorschriften missachtet werden. Dies entfällt in die große Fahrlässigkeit. Die Schadensbilder durch einen Brand, eine Explosion oder einen Blitzschlag sind nicht in der Bauleistungsversicherung enthalten. Um diese Schadensbilder abzudecken, muss die Police für die Feuerrohbauversicherung vorhanden sein.

Versicherungssumme und Versicherungsleistung

Bauleistung

Die für die Bauleistungsversicherung maßgebliche Versicherungssumme bezieht sich auf die gesamten Herstellungskosten. Die Herstellungskosten wiederum werden aufgrund des Bauvorhabens genau ermittelt. In den Bereich der für die Bauleistungsversicherung nötigen Angabe fallen die Lohnkosten aller am Bau beteiligten Personen und die Kosten für den Neukauf von Baumaterialien. Die Kostenaufstellung bezieht sich nicht nur auf den Bauherrn selbst, sondern auch auf alle unter Umständen am Bau beteiligen Unternehmen und deren Materialaufwendungen. Die sogenannten Baunebenkosten sind bei der Ermittlung der Versicherungssumme nicht relevant, da diese nicht in direktem Zusammenhang mit dem Zweck der Fertigstellung stehen. Bei Eintritt eines versicherten Schadensfalles erfolgt die Leistung durch den Versicherungsträger. Die Bauleistungsversicherung erstattet die Summe der Aufwendungen, die für die Wiederherstellung des Objektzustandes nötig sind. Hierbei sind der Objektzustand und somit der Baufortschritt unmittelbar vor Eintritt des Schadens definiert. Um diesen wiederherzustellen sind Neumaterialien und Arbeitsstunden nötig, deren Kosten von der Bauleistungsversicherung getragen werden.